„Keine lernfördernde, gesunde und wertschätzende Umgebung“

SPD fordert neuen Schulcampus für die Förderschulen in Kaarst

Die Förderschulen des Rhein-Kreises Neuss in Kaarst, die Martinusschule und die Sebastianus-Schule, befinden sich in einem baulich äußerst schlechten Zustand. Zu diesem Ergebnis kommt Christina Borggräfe, Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion im Rhein-Kreis Neuss, die im Rahmen einer Besichtigungsfahrt des Schul- und Bildungsausschusses beide Schulen Mitte des Jahres besucht hat. „Die Gebäudesubstanz zeigt erhebliche, zum Teil gar gesundheitsgefährdende Mängel auf – bis hin zum Schimmelbefall. Zudem reichen die Raumkapazitäten für die wachsende Schüler*innenschaft schlicht nicht aus. Die Sebastianus-Schule verfügt schon über keine Gemeinschaftsflächen mehr, weil diese zu Klassenräumen umgewidmet werden mussten.“ Zusammengefasst erklärt Borggräfe: „Das ist keine lernfördernde, gesunde und wertschätzende Umgebung – weder für die Schüler*innen noch für das Lehrerkollegium.“

Errichtung eines gemeinsamen Schulcampus für beide Förderschulen

Anstelle von einzelnen Sanierungsmaßnahmen und punktuellen Neu- und Anbauten spricht sich die SPD-Kreistagsfraktion für einen gänzlich neuen Weg, nämlich die Errichtung eines gemeinsamen Schulcampus für beide Förderschulen aus. „Ein solcher Campus ermöglicht es, dass die Gebäudeinfrastruktur, zu der etwa fachspezifische Schul- und Workshopräume oder die Mensa gehören, gemeinsam genutzt werden kann. Das stärkt die Schulgemeinschaft und spart Doppelstrukturen“, nennt Borggräfe als einen Vorteil der SPD-Forderung, die als Antrag in die Kreistagssitzung am 30. September eingebracht wurde.

Mögliche Einbeziehung einer Regelschule

Neben der Möglichkeit zur Schaffung einer zeitgemäßen und einladenden Lernumgebung, die ein inklusives und soziales Schulkonzept mit einer modernen und nachhaltigen Infrastruktur vereint, bringt der SPD-Antrag einen weiteren Aspekt ins Spiel, nämlich die Einbeziehung einer Regelschule. Dazu führt Christina Borggräfe aus: „Die Schule am Eller Forst in Düsseldorf, an deren Standort sich eine Dependance der Alfred-Herrhausen-Förderschule befindet, kann als Beispiel und Vorbild dienen. Der gemeinsame Standort wurde innerhalb von 17 Monaten Bauzeit errichtet. Die Nutzung des Neubaus schafft Synergieeffekte, die Gebäude und ihr Umfeld entsprechen modernsten ökologischen Standards und sind auch ins Schulkonzept eingebunden.“

Die SPD-Kreistagsfraktion regt an, dies auch für einen neuen Schulcampus in Kaarst zu prüfen und zugleich der Kreispolitik eine Besichtigung der Düsseldorfer Modellschule zu ermöglichen. „Damit wir das Konzept aus erster Hand kennenlernen“, so Borggräfe abschließend.