Ein Hitzeschutzplan im Rhein-Kreis Neuss kann Leben retten

In der zweiten Junihälfte des Jahres 2026 lagen in Nordrhein-Westfalen an elf aufeinanderfolgenden Tagen Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor, darunter acht Tage mit der höchsten Warnstufe. Im betreffenden Zeitraum starben laut dem Landesbetrieb IT.NRW insgesamt 6.335 Menschen aus Nordrhein-Westfalen.

„Die Auswirkungen haben wir – leider in dramatischer Art und Weise – auch im Rhein-Kreis Neuss gespürt: In einem Seniorenheim in Dormagen stiegen die Raumtemperaturen auf über 35 Grad Celsius. In der Folge mussten Bewohner*innen in anderen, klimatisierten Einrichtungen untergebracht oder gar im Krankenhaus behandelt werden. Auch finden polizeiliche Ermittlungen im Zuge dreier Todesfälle in dem Seniorenheim statt“, fasst die SPD-Fraktionsvorsitzende Christina Borggräfe zusammen.

Deshalb fordert die SPD-Kreistagsfraktion, dass im Rahmen des Klimaanpassungskonzepts für den Rhein-Kreis Neuss ein Hitzeschutzplan erstellt und jährlich fortgeschrieben wird. Zu den konkreten Forderungen gehören:

  • ein „Runder Tisch“ mit allen im Kreis relevanten Akteur*innen, die die gefassten Maßnahmen abstimmen, evaluieren und fortschreiben,
  • die Integration der „Präventiven Hausbesuche“ bei älteren Mitbürger*innen, der Aktivitäten des Kreis-Jugendamtes sowie weiterer Institutionen mit Kontakt zu Risikogruppen (bspw. Obdachlosen),
  • die Etablierung eines kreisweiten Hitze-Lagebildes und -Warnsystems in der Kreisleitstelle an Hitzewarntagen, um Belastungsspitzen in medizinischen und rettungsdienstlichen Strukturen frühzeitig steuern zu können,
  • die Erstellung von Handlungsleitfäden und Evakuierungs-/Verlegungsroutinen für stationäre Alten- und Pflegeeinrichtungen bei anhaltender extremer Hitze,
  • Maßnahmen für Liegenschaften des Kreises, insbesondere für Schulen, zur Reduzierung der Innenraumtemperaturen während extremer Hitze,
  • die Identifizierung von bauplanerischen Maßnahmen an Orten und Liegenschaften des Kreises zur Reduzierung der Hitzebelastung und
  • die Umsetzung eines digitalen Informationsangebotes mit kühlen Aufenthaltsorten („Cooling Centres“) im Kreisgebiet.

„Extreme Hitze und Hitzewellen gehören zu den gefährlichsten Folgen des Klimawandels. Wir müssen vorbereitet sein und brauchen einen Hitzeschutzplan für den Rhein-Kreis Neuss, um die Menschen besser schützen und am Ende auch Leben retten zu können“, unterstreicht Borggräfe die SPD-Forderung.